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Fein bemerkt

Mittwoch, 11. März 2015
Gutes Bauen als Chance für den Deutschlandtourismus

Gutes Bauen als Chance für den Deutschlandtourismus
Ergebnisse aus der Bundesstudie „Regionale Baukultur und Tourismus“

Ideen für das Zusammenspiel von Baukultur im ländlichen Raum und erfolgreicher Tourismusplanung bietet die Abschlusspublikation der Studie „Regionale Baukultur und Tourismus“, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung auf der internationalen Tourismusmesse ITB Berlin vorgelegt hat.

Die Veröffentlichung enthält Analysen und gute Beispiele aus acht deutschen Regionen und dem europäischen Ausland. Diese zeigen, wie ein florierender Tourismus gutes Bauen und das Bewusstsein dafür unterstützen kann und wie Regionen Baukultur gezielt für die Tourismusförderung einsetzen können.
Die Forschungsgemeinschaft HJPplaner und COMPASS GmbH hatte für das BBSR die Regionen als Fallbeispiele untersucht und Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie das Zusammenwirken von Baukultur und Tourismus die Entwicklung der ländlichen Regionen insgesamt voranbringen kann.

„Gutes Bauen prägt das Image einer Region und kann als touristisches Produkt vermarktet werden. Das gilt für die Bewahrung historischer Bausubstanz ebenso wie für moderne Bauten als Zugpferde für den regionalen Tourismus“, sagte BBSR-Direktor Harald Herrmann bei der Vorstellung der Studie in Berlin. „Denkmalpflege und moderne Erneuerung der Bausubstanz schließen sich nicht aus.“

Die Broschüre ist wie ein touristisches Magazin gestaltet, was den interdisziplinären Ansatz des Forschungsprojektes unterstreicht. Sie richtet sich nicht nur an Baukulturschaffende und Tourismusexperten, sondern an alle Interessierten, denen die Weiterentwicklung der natürlichen und gebauten Umwelt am Herzen liegt.

Die Beispiele veranschaulichen auch, wie die regionale Tourismuswirtschaft die qualitätsvolle Entwicklung von Siedlungen und Landschaft mitgestaltet. „Ziel sollte sein, regionale Baukultur noch stärker als bisher in Tourismusstrategien zu integrieren und den Austausch zwischen Tourismusmanagern und Fachleuten in den Stadt- und Kommunalverwaltungen zu vertiefen“, so BBSR-Direktor Herrmann.

In der Publikation werden acht deutsche und fünf internationale Regionen jeweils unter einem bestimmten Motto vorgestellt und die jeweiligen Strategien und Erfolgsfaktoren analysiert. „Wir haben bei den Bereisungen vor Ort viele qualitätsvolle baukulturelle Projekte in Verbindung mit interessanten Tourismus- und Marketingkonzepten angetroffen“, resümiert Dr. Frank Pflüger, HJPplaner. Diese vorgestellten Beispiele sollen motivieren, auch in anderen Regionen das Zusammenspiel zwischen Bau-kultur und Tourismus zu intensivieren. „Die Verbindung dieser Handlungsfelder ist ein wirksames Konzept gegen die Beliebigkeit und Austauschbarkeit der gebauten Umwelt und eine große Chance für die Markenbildung im Tourismus“, wie Martina Leicher von COMPASS GmbH betont.

Die Publikation kann über modellvorhaben-baukultur@bbr.bund.de kostenlos angefordert werden.
Das im Rahmen des Forschungsprojekts initiierte „Netzwerk Baukultur und Tourismus“ möchte den Dialog vertiefen und potenzielle Partner zusammenbringen.

Auf der Website www.baukultour.de finden Interessierte weitere Informationen zum Thema, die Kurzfassung der Studie sowie die ausführliche Publikation als Download.

Sonntag, 8. März 2015
Rekordergebnis für ITB Berlin 2015

175.000 Besucher an fünf Tagen – Gestiegene Internationalität bei Fachbesuchern – Plus bei Kongressbesuchern – Fachbesucher und Aussteller bleiben länger – Aussteller melden mehr Geschäftsabschlüsse – Sinkende Energiepreise und beste Konjunkturperspektiven befeuern die Lust auf Urlaub – ITB Berlin 2015 baut Position als Leitmesse der globalen Reisebranche aus

Mit glänzenden wirtschaftlichen Perspektiven für die kommenden Monate präsentiert sich die weltweite Reiseindustrie, ungeachtet anhaltender internationaler Krisen und geopolitischer Risiken, zum Beginn der Reisesaison 2015 in Bestform. Das Fazit zum Abschluss der ITB Berlin, der weltweit führenden Messe der internationalen Reisebranche, lautet: Stimuliert durch sinkende Energiepreise bei niedrigen Zinsen, eine geringe Inflation und positive Konjunkturaussichten für die Eurozone und Nordamerika geht die Branche mit größten Erwartungen in das laufende Reisejahr. Insbesondere in Deutschland herrscht beim Verbraucher gegenwärtig eine ausgelassene Urlaubsstimmung. Positive Tarifabschlüsse und die anhaltende stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei sinkenden Lebenshaltungskosten sorgen für ausgeprägte Kauflaune und motivieren die Bürger mehr denn je, ihr Geld für eine Urlaubsreise auszugeben. Davon profitiert insbesondere das Segment der Luxusreisen.

Die ITB Berlin, die am Sonntag nach fünf Tagen ihre Tore schließt, konnte ihre Position als weltweite Leitmesse der internationalen Reiseindustrie weiter unterstreichen. 10.096 Aussteller aus 186 Ländern – mehr als zwei Drittel davon internationale Aussteller – präsentierten sich vom 4. bis 8. März 2015 in 26 komplett ausgebuchten Hallen. Insgesamt reisten rund 115.000 Fachbesucher (2014: 114.000) nach Berlin. Der Anteil der Fachbesucher aus dem Ausland ist auf 43 Prozent gestiegen (2014: 40 Prozent). Sie sind in diesem Jahr aufgrund reger Geschäftstätigkeiten länger als im Vorjahr auf der ITB Berlin geblieben, die Aufenthaltsdauer ist auf 2,4 Tage gestiegen (2014: 2,1 Tage). Das Volumen der während der Leistungsschau der globalen Reisebranche getätigten Geschäftsabschlüsse stieg nach Schätzungen der Messe Berlin von rund 6,5 Milliarden Euro im letzten Jahr auf 6,7 Milliarden Euro.

Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin: „Intensiver denn je spielt die ITB Berlin die von ihr übernommene Funktion als weltweit renommiertem Think Tank und Schaufenster der Branche aus. Hier werden Chancen und Risiken bewertet, mögliche Potenziale wie zum Beispiel der Sharing Economy auf die internationale Reisebranche analysiert. Dabei hat die ITB Berlin in den vergangenen Tagen erneut sehr eindrucksvoll unter Beweis stellen können, welchen bedeutenden Stellenwert der persönliche Austausch und die Begegnung von Menschen aus aller Welt für eine Industrie hat, die zunehmend von der Digitalisierung geprägt wird.“

Zu beobachtende Trends auf der ITB Berlin 2015: Das Buchen von Reisen über mobile Endgeräte ist einer der Megatrends und wird zur Selbstverständlichkeit. Reisewebsites werden durch immer bessere Softwarelösungen attraktiver, schneller und bequemer. Auch vor dem Hotel machen die digitalen Trends nicht halt: Hotelschlüssel werden immer häufiger durch Funktionen auf Smartphones ersetzt. Die Entwicklung von touristischen Apps geht schneller voran und findet durch die Smartphones der neuen Generation eine stetig zunehmende, dynamische Verbreitung. Zahlreiche Experten diskutierten die neuen Entwicklungen im digitalen Marketing, in Social Media und bei Mobile Travel Services in der eTravel World. Ein Besucherzuwachs von rund 40 Prozent bei den Vorträgen und Diskussionen auf der eTravel Stage und im eTravel Lab verdeutlichen die große Bedeutung dieser Themen für die Reisebranche.

Trotz der nachhaltigen Veränderung der Reisewelt durch das Internet mit neuen Reise-Apps und Meta-Suchmaschinen vertrauen die Urlauber die für sie wichtigsten Wochen des Jahres nach wie vor auch ihrem Reisebüro an. Mit den Stärken in der persönlichen Beratung können sich die stationären Reisebüros angesichts des unaufhaltsamen Vormarschs der Online-Reisemittler und den sozialen Medien als ein wesentlicher Vertriebskanal durchaus behaupten.

Von der positive Stimmung profitieren nach Einschätzung der Messe Berlin alle relevanten Reiseziele: von den europäischen Metropolen über die Mittelmeerländer bis hin zu den Fernreisedestinationen.

Besonders erfreulich: Das Reiseland Deutschland bricht weiter alle Rekorde. Bereits zum fünften Mal in Folge wächst der Tourismus in Deutschland – und zwar in jedem einzelnen Bundesland. Im laufenden Jahr dürfte der Trend anhalten. Für Reisende aus Nordamerika ist eine Reise nach Deutschland aufgrund des starken US-Dollars günstig wie lange nicht mehr. Ebenfalls besonders hoch in der Gunst der Reisenden: Ägypten und Griechenland. Während sich Ägypten langsam erholt, kann Griechenland – trotz der anhaltenden kontroversen Schulden-Diskussion – sein Comeback fortsetzen und bereits im dritten Jahr zweistellige Zuwächse verzeichnen.

Wissenstransfer auf höchstem Niveau
Rekordergebnisse bei den Besucherzahlen erzielte auch der ITB Berlin Kongress mit 23.000 Besuchern (2014: 22.000). In insgesamt rund 200 Veranstaltungen in acht Kongresssälen griffen Entscheider und Meinungsführer Schlüsselthemen der globalen Reiseindustrie auf. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr das Thema Sharing Economy, das in unterschiedlichen Podiumsdiskussionen und exklusiven Studien beleuchtet wurde. Eine Erfolgsgeschichte hatte dieses Jahr auch der ITB Hospitality Day zu berichten, der sein 10-jähriges Jubiläum feierte.
Trotz des frühlingshaften Wetters strömten am Samstag und Sonntag rund 60.000 Privatbesucher in die Messehallen und nutzten das breite Informationsangebot der Aussteller.
Oyunkhorol Dulamsuren, Minister of Environment, Green Development and Tourism of Mongolia:
Ich möchte Ihnen Gratulation und Dank aussprechen für eine großartige ITB Berlin. Es freut mich sehr, dass die ITB Berlin 2015 mit großem Erfolg zu Ende geht.
Als das diesjährige offizielle Partnerland der ITB ist es uns gelungen, unsere einzigartigen Tourismusangebote, Destinationen und den nomadischen Lebensstil der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Ebenfalls konnten wir zeigen, dass die Mongolei ein geheimnisvolles und dynamisches Land ist - mit großartiger Natur und kulturellen Attraktionen.
Ich bin überzeugt, dass im Ergebnis die ITB Berlin dem Tourismus in der Mongolei einen neuen Schub geben wird.
Wer auch immer in die Mongolei kommt, um unsere Kultur und den nomadischen Lebensstil zu entdecken, den empfangen wir mit offenen Armen. Getreu unserem Spruch ‚Einmal sehen ist mehr wert als tausendmal davon zu hören‘ heißen wir Sie willkommen in der Mongolei, wo Sie Ihre Wurzeln als Weltenwanderer oder wie wir sagen ‚globale Nomaden‘ entdecken und erleben können.“

Taleb Rifai, Generalsekretär der UNWTO:
„Die ITB Berlin wird als Treffpunkt für die Tourismusindustrie immer wichtiger. Sie bietet die Möglichkeit, Geschäftsverbindungen zu knüpfen, aber auch zunehmend mehr Informationen über die Veränderungen, die diesen Sektor gestalten. Sie ermöglicht, Wissen und Erfahrungen darüber auszutauschen, wie wir solchen Veränderungen am besten begegnen. Als Vertreter der UNWTO freuen wir uns über den starken Partner ITB Berlin und sind überzeugt, dass unsere Zusammenarbeit weiterhin wachsen wird."
Dr. Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW):
„Die ITB Berlin war einmal mehr ein voller Erfolg und stimmt optimistisch für die kommenden Monate: Reisen ist und bleibt eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen und viele sitzen gedanklich schon wieder auf gepackten Koffern, wie viele Studien deutlich gezeigt haben. Und so gehen wir fest davon aus, dass der Rekord von 1,6 Milliarden privaten Reisetagen der Deutschen aus dem vergangenen Jahr in 2015 noch einmal übertroffen wird. Auch an ein weiteres Wachstum des Reiseziels Deutschland glauben wir fest, denn unser Land punktet mit seiner immensen Vielfalt, einem guten Preis-Leistungsverhältnis und herzlichen Gastgebern. Mit Blick auf Luftverkehrsteuer, Mindestlohn, Ausländermaut und viele weitere Belastungen gilt noch einmal unser dringender Appell an die Politik: Machen Sie die positive Entwicklung und das positive Bild des Reiseziels Deutschland nicht durch immense finanzielle und bürokratische Belastungen kaputt. Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die den Kunden das Reisen nicht vermiesen und es unserer Branche ermöglichen, starke Wirtschaftskraft und Jobmotor zu bleiben!“

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reise Verbands (DRV):
„Die Tourismusbranche ist gut ins neue Reisejahr 2015 gestartet. Entsprechend positiv verlief die diesjährige ITB Berlin, die sich erneut als unverzichtbarer Treffpunkt für Touristiker aus aller Welt behauptet hat. Aus der Sicht der Tourismuswirtschaft war die ITB 2015 eine perfekte Messe - es hat alles gepasst: Ausstellerpräsenz, Fachbesucherqualität sowie die herausragende Internationalität auf Aussteller- und Besucherseite.
Die Weichen für ein erfolgreiches Reisejahr mit einem weiteren Branchenwachstum sind gestellt. Dass die Deutschen reisefreudig bleiben, belegen die Vorausbuchungen, die in den vergangenen Wochen in den Reisebüros für die diesjährige Sommersaison getätigt wurden. Demnach liegt der Umsatz mit rund fünf Prozent über dem Vorjahreswert. Davon werden in diesem Jahr vor allem die klassischen Reiseziele der Deutschen profitieren, darunter Griechenland, die Balearen sowie Ägypten, das aktuell wieder deutlich in der Gunst der Bundesbürger steigt.“

Großes Interesse von Medien und Politik
Von der ITB Berlin berichteten rund 5.180 akkreditierte Journalisten aus 75 Ländern und rund 350 Blogger aus 29 Ländern. Die Messe war Treffpunkt von internationalen und deutschen Politikern sowie von Diplomaten.
Neben 127 ausländischen Delegationen reisten drei königliche Hoheiten sowie 95 Botschafter aus der ganzen Welt an. 47 ausländische Minister, 11 stellvertretende ausländische Minister und eine Reihe ausländischer Staatssekretäre kamen zusammen. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen, Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller machten sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Reisebranche.

Weitere Ausstellerstimmen sind zu finden unter www.itb-berlin.de im Bereich http://www.itb-berlin.de/Presse/Pressemitteilungen/News_8836.html?referrer=/Presse/Pressemitteilungen/#news-de-8836

Die nächste ITB Berlin findet von Mittwoch bis Sonntag, 9. bis 13. März 2016, statt. Offizielles Partnerland sind die Malediven.

Mittwoch, 31. August 2011
Wie war der Urlaub?

Diese Frage wird oft gestellt, wenn man wieder zu hause ist. Aber wird sie auch wahrheitsgemäß beantwortet?

Ich möchte dazu nur ein Beispiel geben. Paguera oder Peguera auf Mallorca im Sommer 2011.

Machen Sie sich doch mal den Spass und lesen Sie sich bei diversen Reiseanbietern die Bewertungen von Juli und August durch, auch für höhere Hotelkategorien.

Da kann man schon auf den Gedanken kommen, gut dass man selbst nicht dort war. Man findet dort Texte und Fotos mit Hinweisen auf Schmutz, unfreundliches Personal, schlechtes Essen und immer wieder die Frage, wie ein Hotel an 4 Sterne gekommen ist.

Wenn Sie Stoff für eine Reportage suchen, dann bieten sich die Urlauberfotos und die schriftlichen Stellungnahmen als spannende Lektüre an.

Es gibt sicherlich viele Orte auf der Welt, die man so von ihren anderen Seiten entdecken kann.

Und hier zeigt sich auch, dass das Internet eine informative Funktion hat.

Eine andere Frage ist, ob die Bewertungen echt sind. Tja, wer weiß? Aber man sollte sich nicht auf die Zusammenfassungen aller Bewertungen bei Hitlisten von Reiseanbietern oder Vergleichsportalen verlassen, sondern selbst die Bewertungen durchlesen von der aktiven Saison und den letzten drei Monaten und dies auf verschiedenen Webseiten.

Dann gewinnt man einen Eindruck, der zu einer Urteils- und Entscheidungsfindung führen kann.

Haben Sie keine Angst, sich ihres Verstandes zu bedienen, glauben sie wenig und gucken sie immer, wer warum was macht.

In diesem Sinne schönen Urlaub

Freitag, 11. März 2011
Die ITB 2011 zwischen Google, Revolution und Tsunami

Persönliche Gedanken nach einem mehrtägigen Besuch

Noch nie waren so viele Länder auf der ITB vertreten, lautet es aus einigen Pressemitteilungen. Die Zahl 188 macht die Runde. Die ITB, die Internationale Tourismus Börse, ist eine Megamesse in Berlin.

Wer von Halle zu Halle wandelt, der erlebt die ganze Welt. Traditionell gekleidete Menschen vieler Völker und Kulturen, Denkmäler im Kleinformat und die Sehnsüchte der Touristen für den Urlaub werden geboten.

Es ist ein Ort der Kommunikation. Und für mich zeigt die Messe 2011 erstmals wie klein die Welt geworden ist.

Die Probleme der Welt lassen sich nicht wegdiskutieren. Die Ungerechtigkeit, die Diktaturen, die soziale Ungleichbehandlung, die ökologischen Probleme. Sie werden zunehmend Teil eines Problems, des Urlaubs.

Es gibt natürlich noch die Hotels, die alles vermitteln, was man für Geld kaufen kann.

So entstehen Kunstwelten, die diese Sehnsüchte verwirklichen wollen, in der Wüste oder um die Ecke.

Presse und PR scheinen hier oftmals Hand in Hand zu arbeiten (das ist übrigens ein eher deutsches Problem und Privileg für Journalisten). Man kennt sich, man versteht sich. Aber das ist nicht alles.

Ich habe für mich noch ein Phänomen entdeckt, das immer mehr sichtbar wird, die parallele und multiple Kommunikation.

Noch ist die Messe ein Fest für Druckereien. Aber mittlerweile gibt es viele Kataloge, die drucken immer mehr Internetadressen ab.

Noch ist die PR hier vielfach gedruckt zu finden. Noch spielt Google hier vor der Hand nicht die Rolle und in meinen Gesprächen war dafür so gut wie kein Problembewusstsein.

Ich glaube, das hängt u.a. damit zusammen, dass dann der Kuchen der PR-Abteilungen auch neu verteilt wird. Man stelle sich vor, es gibt keine einfachen Pressemitteilungen mehr sondern PR würde bedeuten zu positionieren in Suchmaschinen weltweit, weil die Anzahl der "Googler" immer mehr zunimmt.

Aber auch dies wird nur ein Teil der neuen Reisenden sein, neben dem Pauschalurlaub und dem Luxusressort. Und auch der Druck bleibt, denn seit der Ankündigung des papierlosen Büros wurde noch nie so viel gedruckt.

Die digitale Kommunikation ist ja schon da auf der ITB. Anbieter von Hotel- und Buchungsportalsoftware sind vertreten und die Anzahl der Buchungen im Internet nimmt, so sagte man mir, ständig zu. Schulungen für Hotelbewertungsportale habe ich auch gesehen. Das ist natürlich eine differenziert zu sehende Angelegenheit.

So wird der Reisemarkt der Welt langsam in neue Dimensionen kommen.

Und die digitale Welt als Teil der neuen Wirklichkeit zeigt eben auch, dass die Sehnsucht vieler Urlauber, unberührte Natur und unproblematische Regionen zu erleben, zunehmend verschwindet.

Und es entsteht eine zunehmende Kommunikation, die digitale Welt ist eben auch eine ständig verfügbare und sichtbare Wirklichkeit.

Dazu gehört der Umgang mit den Revolutionen rund um das Mittelmeer und dazu gehört die Information über das schreckliche Erdbeben in Japan und vieles mehr.

So zeigt die ITB die Welt und ihre Grenzen. Sie zeigt zugleich, dass Urlaub nicht mehr in einer anderen Welt stattfinden kann.

Für mich war auch interessant, dass die Ablösung der europäischen Urlaubsströme zunehmend stattfindet. Je mehr Geld in anderen Teilen der Welt verdient wird, desto mehr Geld wird mit eigenen Ansprüchen von dort aus für Urlaub ausgegeben.

Reisen bildet und die ITB zeigt Chancen, Grenzen und Wandel. Sie ersetzt in meinen Augen nicht das systematische Googeln aber sie zeigt die Vielfalt der Welt und echte Menschen.

Und man kann hier viel lernen über sichtbare und unsichtbare Netzwerke, über Kontaktpflege, über seriöse Informationen und die charakterliche Vielfalt der Welt und ihre Grenzen.

Zudem ist man dort immer in Bewegung, so dass die Gesundheit nicht zu kurz kommt ...

Donnerstag, 16. Dezember 2010
Schöne Ausstellung in Wien - Jüdische Ritualbäder von Peter Seidel fotografiert

Foto: Peter Seidel

Medieninformation, Dezember 2010

Die erste Wechselausstellung:
GANZ REIN! Jüdische Ritualbäder. Fotografien von Peter Seidel

Im Museum Judenplatz sind von 1. Dezember 2010 bis 27. Februar 2011 als neue Wechselausstellung die eindrucksvollen Fotos von Peter Seidel zu sehen. Die Fotografien, die in mehrjähriger Arbeit entstanden sind, lassen die Atmosphäre und die architektonischen Besonderheiten von Ritualbädern in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien sichtbar werden und eröffnen überraschende künstlerische Perspektiven auf das jüdischen Ritualbad, in dem sich Frauen und Männer nicht nur hygienisch sondern vor allem spirituell reinigen, um rituelle Reinheit zu erlangen.

Der Frankfurter Fotograf Peter Seidel begann 1987 das jüdische Ritualbad zum Gegenstand seiner Arbeit zu machen. Er bereiste Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Spanien und fotografierte Ritualbäder aus der Spätantike bis zur Gegenwart. Mit seinen Arbeiten gelingt es ihm auf eindrucksvolle Weise, das Geheimnis »Mikwe« zu entmystifizieren und zugleich die private Atmosphäre des Ritualbades als spirituellen Ort einzufangen.

Rituelle Reinigung ist ein grundlegender Bestandteil der jüdischen Religion seit der biblischen Gesetzgebung. Ihr Ursprung liegt in den hier festgelegten Reinheitsvorschriften. Durch die Jahrtausende ändert sich nicht nur die architektonische Gestalt des Ritualbades. Auch die Bestimmungen zu seiner Nutzung sind einem ständigen Wandel unterworfen. Bis heute ist das vollständige Untertauchen im »lebendigen« Wasser ein Übergangs-Ritus, eine Neugeburt in einen ganz reinen Zustand.

„GANZ REIN!“ ist eine gemeinsame Ausstellung der Jüdischen Museen in Wien, Hohenems, Frankfurt am Main und Fürth. Zur Ausstellung erscheit ein reich illustrierter Katalog, der zum Preis von € 15,90 im Bookshop des Museums erhältlich ist. Das zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Museum Judenplatz (Misrachi-Haus, Judenplatz 8, A-1010 Wien) ist ab 1. Dezember von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, an Freitagen von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt € 4,-/€ 2,50 ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme: Tel.: +43-1-535 04 31-130, 131 bzw. kids.school@jmw.at. Weitere Informationen unter www.jmw.at.

Das Jüdische Museum Wien dankt dem Sponsor Raiffeisen für die großzügige Unterstützung.

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